Führen bedeutet, andere zu veranlassen, das zu tun, was zur Erreichnung des gesetzen Zieles erforderlich ist. Doch wer führen will, muss auch dazu befähigt sein und über entsprechendes Hintergrundwissen verfügen.

aktuell allgemein news1Am 17.03.2012 fand auf Ebene der Stadtfeuerwehr ein Seminar für Führungskräfte, die von der Leitung von Einsätzen betroffen sind, statt. In einem Tagesprogramm wurden die Teilnehmer geschult.

Das Thema 'Einsatzberichterstattung' wurde speziell im Bereich der kostenpflichtigen Einsätze erläutert. Speziell die notwendigen Informationen, die für den späteren Einsatzbericht und der damit zusammen hängenden Abrechnung in Verbindung stehen, wurden durch Vertreter der Stadtverwaltung moderiert.

Ein sehr ausführliches Thema stellte der Atemschutzeinsatz dar. Seit einiger Zeit ist eine Standardeinsatzregel in Arbeit, die den Atemschutzeinsatz stadtweit vereinheitlichen soll. Das beinhaltet, dass alle Atemschutzgeräteträger (AGT) gleich ausgebildet und alle Trupps gleich ausgerüstet sind. So kann, gerade in Zeiten von personellen Engpässen, ein reibungsloser Austausch von Atemschutztrupps zwischen den Ortsfeuerwehren gewährleistet werden.

Die kommunalen Löschzüge stellten ihre Leistungsmerkmale vor.

Um für kommende Aufgaben vorbereitet zu sein, wurde die Kernaufgabe des Zuges geübt: Wasserförderung. Am 18. Februar 2012 traf sich der kommunale Fachzug 'Wasserförderung' zu einem Übungsdienst.

20120218 fzwfDer Zug, bestehend aus Einheiten der Ortsfeuerwehren Gifhorn und Gamsen, traf sich zunächst am Gamsener Feuerwehrhaus. Hier wurden die Kameraden theoretisch in Sachen Wasserförderberechnung geschult. Gruppenführer Volker Biermann nahm sich der Sache an und vermittelte die Grundlagen. Im Anschluss wurde zur Feuerwehr-Technischen ZentraleFeuerwehr-Technischen Zentrale (FTZ) Gifhorn gefahren.

Der Zug übernahm die 1600m lange Schlauchleitung vom Maschinistenlehrgang der Kreisfeuerwehr. Lehrgruppenleiter des Maschinistenlehrgangs, Frank Papenfuß, leitete die Schulung der praktischen Art. Er wurde unterstützt durch die Kreisausbilder Stefan Koch, Karsten Richter und Torsten Günther. Weiterhin waren Hartmut Richter (Kreisausbildungsleiter) und Volker Biermann in der Schulung tätig.

Zugführer Uwe Reuß (OrtsBM Gamsen) sowie Stellvertreter Lothar Bunk (Ortsfeuerwehr Gifhorn) zollten der Veranstaltung positive Resonanz.

Am 27. August 2011 waren einige Atemschutzgeräteträger zur sogenannten 'Heißausbildung' in Bad Gandersheim. Dieses Sondertraining ist eine wertvolle Ergänzung zum Atemschutzlehrgang sowie zur Standortausbildung.

20110827_badgandersheim_titelDer Brandeinsatz ist gefährlich, speziell wenn es in den Innenangriff geht. Sobald ein Einrichtungsgegenstand brennt, breitet sich das Feuer schnell auf Möbel, Gardinen und andere Gegenstände aus. Ein Trupp im Innenangriff ist also großer Gefahr ausgesetzt.

Brennende Einrichtungsgegenstände stellen nicht die einzige Gefahr dar. Ein gefährlicher Faktor ist die plötzliche Rauchgasdurchzündung (z.B. Flashover). Ein Feuer benötigt Sauerstoff, um zu 'überleben'. Ohne Sauerstoff wird die Flamme zunehmend kleiner bis sie schließlich erlischt bzw. erstickt. Das Öffnen eines Fensters oder einer Tür führt zu einer plötzlichen Luftzufuhr und der mitgeführte Sauerstoff kann sich entzünden. Für solche Fälle werden unsere Atemschutzgeräteträger vorbereitet.
Im Training üben sie das Öffnen einer Tür aus der Deckung heraus. Weiterhin überprüfen sie die Temperatur des Raumes und bestimmen somit das weitere Vorgehen.
Grundvoraussetzung für den Einsatz ist die richtige und 'lückendicht' angelegte Schutzausrüstung. Denn falls es wirklich zu einer Durchzündung kommt, dürfen keine Hautflächen frei liegen.

Das Vorgehen unter realistischen Bedingungen sowie die Simulation einer Durchzündung werden in Übungsanlagen trainiert. Seit einigen Jahren fahren Atemschutzgeräteträger der Stadt Gifhorn nach Bad Gandersheim, um die dortige Übungsanlage zu nutzen.

Voraussetzung für alle Schritte in der freiwilligen Feuerwehr ist der Besuch des Truppmann 1 Lehrgangs (Grundausbildungslehrgang). Auch dieses Jahr haben in der Stadt Gifhorn wieder zwei Gruppen diesen Lehrgang erfolgreich absolviert. Die Prüfung war am 24.09.2011.

20110924_tm1lehrgangGemäß dem Lehrplan der Feuerwehr-Dienstvorschrift 2 wurden die Teilnehmer ausgebildet, zu denen auch drei Kameraden der Ortsfeuerwehr Gamsen gehörten. Als Ausbilder fungierten Zug- und Gruppenführer der fünf Ortsfeuerwehren, die die Teilnehmer in Theorie und Praxis schulten. Nach der jetzt anstehenden Standortausbildung innerhalb der Ortsfeuerwehren müssen die Teilnehmer an einer weiteren Prüfung (Truppmann 2) teilnehmen, die in zwei Jahren stattfinden wird. Bis dahin müssen mindestens 80 Ausbildungsstunden absolviert werden.

Für die Teilnehmer besteht jetzt die Möglichkeit, den Sprechfunkerlehrgang sowie den Atemschutzgeräteträgerlehrgang (Mindestalter 18 Jahre und G26.3-Untersuchung) zu besuchen. Erst nach Abschluss der Truppmann 2 Prüfung ist die Truppmannausbildung abgeschlossen und weitere Lehrgänge (z.B. Maschinistenlehrgang) können besucht werden.

Da der Einsatz unter Atemschutz und der meist damit verbundene Innenangriff sehr gefährlich werden kann, müssen die Einsatzkräfte entsprechend geschult werden.
20110524_titelUnser Ausbildungskonzept wird vierteljährlich gemeinsam mit allen Ausbildern optimiert. Die Erfahrungen der vergangenen Dienste und die Reaktion auf aktuelle Erkenntnisse werden diskutiert und für den kommenden Dienstplan verwendet.
Beispielsweise wurde im aktuellen Quartal verstärkter Wert auf den Brandeinsatz gelegt. Dazu gehört das Zusammenspiel der gesamten Mannschaft, ob innerhalb oder außerhalb eines Objektes. Das höhere Gefahrenpotential, das an dieser Stelle schwieriger zu erkennen ist, befindet sich innerhalb von Gebäuden.

Einige Punkte müssen strikt beachtet werden, um Gefährdungen zu minimieren und ein sicheres Vorgehen zu gewährleisten:

  • Wie öffne ich eine Tür ohne mich durch eine Durchzündung zu gefährden?
  • Wie erkenne ich, ob die Umgebung noch heiß ist (Temperaturcheck)?
  • Wie kühle ich die Rauchgase im Raum?
  • Wie bewege ich mich durch den Raum?
  • Wie reagiere ich bei einer Rauchgasdurchzündung (Flashover)?