Das Thema Waldbrandbekämpfung ist sehr umfangreich. Im Rahmen des wöchentlichen Ausbildungsdienstes stand es wieder auf dem Dienstplan. Dabei wurde am 15. August 2017 ein Teilbereich bearbeitet: Pendelverkehr.

20170815 waldbrand titelEs gibt verschiedene Möglichkeiten, im Falle eines Waldbrands die Wasserversorgung sicher zu stellen. Da die Wasserentnahmestellen in Waldbereichen nicht im Überflusss vorhanden sind, musss zunächst dafür gesorgt werden, dass Wasser in den Wald gelangt. Dabei sind zunächst wasserführende Fahrzeuge gefragt. Zwangsläufig nimmt ein Fahrzeug (Tanklösch- oder Löschgruppenfahrzeug) den Erstangriff wahr. Da der Aufbau einer festen Wasserversorgung zum nächsten Hydranten bzw. zum nächsten Gewässer oft sehr zeitaufwendig ist, werden in der ersten Einsatzphase oft Tanklöschfahrzeuge hinzugezogen, um das Löschwasser zur Einsatzstelle zu bringen.

Bei der Abgabe des Löschwassers gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Beispielsweise kann sich an der Brandstelle ein Pufferbehälter befinden, in den das Löschwasser gesammelt wird. Dabei kann es sich auch um ein wasserführendes Fahrzeug handelt, wobei das Wasser gleich in den Löschwassertank gefördert wird. Eine Alternative ist der Einsatz eines Waldbrandverteilers. Dieser hat zwei Eingänge, um eine unterbrechungsfreie Wasserabgabe zu gewährleisten (kein Umkuppeln der Leitung).

Bei der Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden gibt es einige Grundsätze zu beachten.

20160426 waldbrand0Beispielsweise ist es weniger erfolgreich, einem Feuer mit dem Wind zu verfolgen oder erst eine nahezu abgebrannte Fläche nachzulöschen, während eine Ausbreitung noch möglich ist. Als Einstieg in das Thema 'Waldbrandbekämpfung' wurden während des Ausbildungsdienstes am 26. April 2016 einige Grundsätze vermittelt.

Nach einem kurzen theoretischen Teil konnten weitere praktische Grundlagen vertieft werden, welche die Wasserförderung betreffen. Eine 'Quizfrage' für Maschinisten konnte beantwortet werden: Kann man mit einer FPN 10-1000 (Nennförderleistung von 1000 Liter/min. bei 10 bar) ein Nennförderstrom von 2000 Liter/min. gewährleisten?
Die Antwort war eindeutig 'Ja'!

Einen umfangreicheren Ausbildungsdienst galt es am 8. September 2015 zu bewältigen.

20150908 zugdienst titelNeben der Gruppen- und Fachausbildung wird einmal im Quartal eine größere Zugübung durchgeführt, wobei alle Teileinheiten eingebunden werden. Diesmal durften wir auf dem Gelände der Firma D+H Müller in Gamsen tätig werden. Die Ausgangslage war, dass ein PKW unter einem Gabelstabler hindurchfahren wollte, der gerade einen LKW beladen hat. Dabei kam es zu einer Kollision. Eine Holzpalette kam auf dem PKW zum Erliegen, während die Insassen verletzt wurden. Einer wurde von einer Holzlatte durchbohrt. Auslaufende Kraftstoffe begünstigten einen Entstehungsbrand im angrenzenden Werkstattgebäude, in dem ebenfalls zwei Personen eingeschlossen wurden.

Gemäß Ausrückeordnung wurde die Einsatzstelle zunächst mit dem LF 10/6 angefahren. Zugführer und Gruppenführer erkundeten die Lage und fanden neben den verletzten Personen im Fahrzeug auch einen geschockten Staplerfahrer. Da inzwischen auch eine deutliche Verrauchung aus der Werkstatt zu vernehmen war, wurden TLF 16/25 und GW-L dafür eingesetzt, Personensuche und Brandbekämpfung durchzuführen.

Dass die technische Hilfeleistung bei der Feuerwehr nicht nur etwas mit PKW-Unfällen in Verbindung mit hydraulischem Rettungsgerät zu tun hat, zeigte der Ausbildungsdienst am 19. April 2016.

Technische HilfeleistungRegelmäßig werden die aktiven Mitglieder in der Handhabung der vorhandenen Gerätschaften geschult. An diesem Abend wurde zeitgleich auf drei Stationen gearbeitet:

> Trennschleifer
> Motorsäge
> Mehrzweckzug

Die drei Ausbilder stellten zunächst das jeweilige Gerät und seinen Verwendungszweck vor. Bevor die Teilnehmer Kontakt mit dieser Gerätschaft aufnehmen durften, wurde ausführlich das Thema 'Sicherheit' behandelt. Das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung ist selbstverständlich. Jedoch wird diese für den entsprechenden Einsatzzweck erweitert. Die jüngsten Teilnehmer wurden langsam mit den Geräten vertraut gemacht.

Die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen ist äußerst wichtig und daher ist es immer interessant, über seinen "Tellerrand" zu schauen.

20150317 seg0Am 17. März 2015 ist die Ortsfeuerwehr Gamsen während des Ausbildungsdienstes ins Gifhorner Weilandmoor gefahren, um sich einen Einblick in die Aufgaben der SEG zu verschaffen. Die SEG ist die "Schnell-Einsatz-Gruppe" des DRK, die auch die Feuerwehr bei vielen Einsätzen unterstützt. Dass die SEG nicht nur eine Einrichtung ist, um bei größeren Einsätzen die Verpflegung sicherzustellen, wurde hier nochmals deutlich. Sie lösen beispielsweise bei Brandereignissen den Rettungswagen der hauptamtlichen Kräfte ab. Damit ist sichergestellt, dass der reguläre Rettungsdiensteinsatz nicht eingeschränkt wird und qualifiziertes Personal zum Eigenschutz der Feuerwehrleute gegeben ist. Weiterhin ist es mit einem Großaufgebot möglich, einen Behandlungsplatz aufzubauen, wenn es sich um ein Schadenereignis mit mehreren Verletzten handelt. Die Gifhorner Einrichtung kann auch eine Wasserwacht vorweisen, um bei Einsätzen in und an Gewässern tätig zu werden.

Wir bedanken uns für diesen interessanten Einblick in die Tätigkeit der SEG Gifhorn.