Innerhalb der taktischen Einheiten führen die Einsatzkräfte verschiedene Funktionen aus. An dieser Stelle wird erläutert, wie Funktion und Qualifikation dieser Personen erkannt werden können. Speziell bei größeren Schadenlagen ist es schwierig, den Einsatzleiter sowie die Führer der taktischen Einheiten unter Hunderten von Einsatzkräften zu erkennen. Aus diesem Grund gibt es diese Funktions- und Qualifikationskennzeichnungen.

Funktionswesten

Um auch in größeren Einsatzlagen eine Übersicht zu erhalten und die Führer der taktischen Einheiten erkennen zu können, werden diese Führungskräfte mit Westen gekennzeichnet. Details sind in der Einsatzstellenorganisation der Stadt Gifhorn festgelegt.

Hinweis: Die farblichen Kennzeichnungen entsprechen nicht in allen Einzelheiten der aktuellen Feuerwehrverordnung im Lande Niedersachsen  (Stand Mai 2010). Hier ist beispielsweise vorgegeben, dass auch Gruppenführer eine rote Funktionsweste tragen. Innerhab des Landkreises Gifhorn werden aber alle Gruppenführer-Funktionen mit einer blauen Funktionsweste ausgestattet.

Gruppenführer / Fahrzeugführer

Der Gruppenführer leitet eine Löschgruppe (9 Personen). In kleineren Schadenlagen (Einsatz einer Löschgruppe) kann ein Gruppenführer gleichzeitig als Einsatzleiter fungieren. Anderenfalls ist er dem Zugführer, bzw. dem Einsatzleiter unterstellt. Der Gruppenführer arbeitet in seinem Aufgabenbereich selbständig und ist für die Sicherheit seiner Mannschaft verantwortlich.
Seit 2017 ist jeder einzelne Fahrzeugführer (Leiter der Einheit) mit einer blauen Funktionsweste gekennzeichnet. Ist ein Fahrzeugführer einem anderen Fahrzeugführer unterstellt (Staffel und Trupp werden zu einer Gruppe addiert), ist nur der Leiter der gesamten Einheit gekennzeichnet.

weste gf 
Blaue Weste mit Aufschrift Fahrzeugbezeichnung und Funkrufname
z.B. "LF Gamsen" und "11-45-22"

Zugführer

Der Zugführer ist der "Vorgesetzte" der Einsatzkräfte eines Löschzugs (2 bis 3 Löschgruppen) und der zentrale Ansprechpartner. Speziell im überörtlichen Einsatz kann der zuständige Ansprechpartner (Zugführer) der Ortsfeuerwehr sofort erkannt werden. Die Gruppen- bzw. Fahrzeugführer erhalten die Einsatzbefehle vom Zugführer. Ist nur ein Zug ein Einsatz, kann der Einsatzleiter gleichzeitig als Zugführer fungieren. Er trägt dann die Einsatzleiterkennzeichnung (s.u.).

Zugführer
Rote Weste mit Aufschrift "Zugführer" und Name der Ortsfeuerwehr
z.B. "Zugführer" und "Gamsen"

Einsatzabschnittsleiter

Der "EAL" steht zwischen den Führern der taktischen Einheiten (Gruppe, Zug) und dem Einsatzleiter und wird nur bei größeren Einsätzen eingesetzt. Die Einsatzstelle wird in Einsatzabschnitte aufgeteilt. Beispielsweise kann ein Abschnitt 'Löschwasserversorgung' gebildet werden. Der Einsatzabschnittsleiter ist dem Einsatzleiter unterstellt. Im Regelfall verfügt er über Zugführerqualifikation. Eine weitere Abschnittsleiterfunktion kann ein Ansprechpartner des Rettungsdienstes (z.B. Organisatorischer Leiter) übernehmen, der die Verletztenbetreuung organisiert.

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Silberweiße Weste mit Aufschrift "Abschnittsleiter"

Einsatzleiter

An der Einsatzstelle gibt es nur einen Einsatzleiter. In allen Schadenslagen kann dieser sofort erkannt werden. Dem Einsatzleiter sind alle Kräfte an der Einsatzstelle unterstellt. Er entscheidet über alle Maßnahmen (Nachalarmierung, Lagemeldung, usw.) und ist für das Geschehen an der Einsatzstelle verantwortlich. Vor allem für nachrückende und unterstützende Kräfte ist es wichtig, sofort den richtigen Ansprechpartner zu finden (für nachrückende Feuerwehren, Rettungsdienst, Polizei, usw.).

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Gelbe Weste mit Aufschrift "Einsatzleiter"

Weitere Kennzeichnungen

Es ist auch möglich, auf die Funktionen "Pressesprecher" (grüne Weste), "Atemschutzüberwacher" (schwarz-weiß-karierte Weste), "Notfallseelsorger" (violette Weste) oder "Fachberater" (blaue Weste) zu treffen.

 

Helmkennzeichnungen

Auch die Helme der Einsatzkräfte tragen verschiedene Kennzeichnungen, die sich auf bestimmte Funktionen und Qualifikationen beziehen.

Truppmann / Truppführer ohne spezielle Kennzeichnung

helm std 
Nehmen Einsatzkräfte keine Führungs- oder Atemschutzfunktion (mehr) wahr, befindet sich keine Kennzeichnung am Helm. Dabei handelt es sich auch oft um Kameraden, die z.B. Maschinisten- oder Sprechfunktätigkeiten wahrnehmen, aber nicht für den Atemschutzeinsatz befähigt sind.

Atemschutzgeräteträger

Ausbildung, umluftunabhängige Atemschutzgeräte zu tragen

helm agt
Rote Zahlen auf der Vorderseite des Helms als Kennung für AGT-Überwachung
Früher: roter Punkt oder rotes Dreieck

CSA-Träger

Ausbildung, Chemikalien-Schutzanzug (CSA) zu tragen (Voraussetzung AGT)

helm csa
Grüne Zahlen auf der Vorderseite des Helms als Kennung für AGT/CSA-Überwachung
Früher: grüner Punkt oder grünes Dreieck

Gruppenführer (Qualifikation / Funktion)

GF
Ein roter Streifen (7 cm lang) auf jeder Seite

Zugführer (Qualifikation) / Ortsbrandmeister (Funktion)

ZF
Zwei rote Streifen (7 cm lang) auf jeder Seite

Stadt-/Gemeindebrandmeister (Funktion) / Kreisbereitschaftsführer (Funktion)

helm stbm 
Ein roter Streifen, rundumlaufend.

 

Weitere Kennzeichnungen (Funktionen)

Weitere Funktionen, die nur außerhalb einer Ortsfeuerwehr wahrgenommen werden, sind folgende:

  • Kreisbrandmeister: Zwei rote Streifen umlaufend
  • Brandabschnittsleiter Kreisfeuerwehr: Zwei rote Streifen umlaufend

Hierbei handelt es sich bei Funktionskennzeichnungen der einzelnen Führungskräfte. Diese gelten auch für stellvertretende Funktionen.