Vor vielen Jahren gab es in der Ortsfeuerwehr Gamsen im Sommer eine dreiwöchige Ausbildungspause. Während dieser Zeit fand kein regulärer Dienstbetrieb statt. Da aber in diesem Zeitraum nicht alle Einsatzkräfte im Urlaub waren und Interesse hatten, auch während dieser Zeit zur Feuerwehr zu kommen, wurde ein "leichter Dienst" durchgeführt. Das bedeutet, dass verschiedene Techniken im Bereich der Feuerwehr einmal ausprobiert wurden. Der Zeitraum bot auch Gelegenheiten zu Wartungs- und Pflegearbeiten. Es wurden auch Spiele zur Pflege der Kameradschaft durchgeführt, beispielsweise Völkerball.

Seit ein paar Jahren werden diese Dienste in drei Organisationseinheiten aufgeteilt: 1. Dienst => Ausarbeitung durch Ortsbrandmeister und Stellvertreter, 2. Dienst => Ausarbeitung durch die Zugführer, 3. Dienst => Ausarbeitung durch die Gruppenführer.

Erstmalig im Jahr 2018 kam die Idee auf, an einer Stadtführung teilzunehmen und etwas über die Geschichte unserer Stadt zu erfahren. Diese Idee wurde aufgrund des großen Interesses auch für 2019 übernommen. Die diesjährige Stadtführung am 23.07.2019 stand ganz im Zeichen der großen Feuer, die im Stadtgebiet herrschten.

Gemeinsamkeiten stärken und Kameradschaft erhalten

20190528 dienstmitofkaestorfAm 28. Mai 2019 fand der erste gemeinsame Ausbildungsdienst mit den Kameraden der Ortsfeuerwehr Kästorf statt. Da beide Ortsfeuerwehren bei sehr vielen Gelegenheiten miteinander arbeiten, sollte diese Verbindung des nördlichen Löschverbandes der Stadt Gifhorn gestärkt werden. In der Vergangenheit wurden oft unterschiedliche Vorgehensweisen festgestellt, gerade wenn es um den Erstangriff geht.

Zu Beginn dieser gemeinsamen Ausbildung trafen sich beide Ortsfeuerwehren im Gamsener Feuerwehrhaus. Die Ortsbrandmeister Uwe Reuß (Gamsen) und Marco Brand (Kästorf) stellten ihre Feuerwehren vor und auch deren Ausrückeordnung bei einem Schadenereignis. In Gamsen rückt im Brandeinsatz meist das TLF 16/25 als erstes Fahrzeug aus, um mit der Staffel einen Erstangriff zu starten. Fast zeitgleich folgt der MTW mit Führungspersonal, damit sich der erste Fahrzeugführer auf den Einsatz seiner Einheit konzentrieren kann. Alle folgenden Fahrzeuge werden vom Zugführer eingeteilt (Führungsstufe B nach FwDV100). In Kästorf fährt das LF 8 (Löschgruppenfahrzeug) zuerst, gefolgt vom TLF 16/24 Tr, welches das Löschwasser mitbringt.

Der Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern ist nicht nur für Spezialkräfte interessant.

20171205 zug gamsWährend der Zugübung, die einmal im Quartal durchgeführt wird, stand während der Dezember-Übung der Einsatz mit gefährlichen Stoffen im Fokus. Es stehen nicht bei immer und sofort Spezialkräfte zur Verfügung, um eventuelle Gefahrgutsituationen abzuarbeiten. Jede Feuerwehr ist in der Lage, die Grundlagen eines solchen Einsatzes zu bewältigen. Hier kommt die GAMS-Regel zum Einsatz (siehe unten).

Sind Menschenleben in Gefahr, muss sofort gehandelt werden. Natürlich nur, ohne die Einsatzkräfte selbst einer Gefährdung auszusetzen. Während der Übung, die auf dem Hof der Feuerwehrtechnischen Zentrale Gifhorn stattfand, wurde angenommen, dass Mitarbeiter einer Firma bewusstlos neben bzw. auf einem Kesselwagen lagen. Da augenscheinlich nichts weiter zu erkennen war, war anzunehmen, dass hier Gase austraten. Trupps unter Atemschutz nahmen die Rettung der Personen aus dem Gefahrenbereich vor, um diese dem Rettungsdienst zu übergeben.

Am 3. November 2018 konnten der aktuelle Truppmann 1-Lehrgang abgeschlossen werden.

aktuell allgemein news1Alle Teilnehmer, davon vier aus der Ortsfeuerwehr Gamsen, absolvierten den Lehrgang erfolgreich. Der TM1-Lehrgang ist die Grundlage für alle weiteren Aktivitäten im aktiven Feuerwehrwesen. Ab jetzt können diese Personen an Einsätzen teilnehmen und weitere Ausbildungswege einschreiten (z.B. Sprechfunk und Atemschutz). In zwei Jahren schließen sie dann ihre Truppmannausbildung ab. Jetzt befinden sie sich in der Truppmann 2-Ausbildung, die dann nach zwei Jahren mit einer weiteren schriftlichen Prüfung endet.

Ausgebildet wurden die Teilnehmer durch Führungskräfte und Ausbilder aller fünf Ortsfeuerwehren der Stadt Gifhorn. Während Stadtausbildungsleiter André Junge den gesamten Ablauf organisierte, wurde die abschließende Prüfung durch den Kreisausbildungsleiter Frank Papenfuß sowie beiden Stellvertretern, Wolfgang Dreinerth und Dirk Wendtland, abgenommen.

Bereits 2008 sah man die Notwendigkeit, Vorgehensweisen und Einsatzstrukturen zu Papier zu bringen. Obwohl bereits in geordneten Strukturen gearbeitet wurde, ist es gerade für neue Führungskräfte einfacher, sich in größeren Einsatzlagen zurecht zu finden.

20171010 estorg2017Die ersten Dokumentationen aus dieser Zeit mussten zwingend überarbeitet und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Mit Einführung des Digitalfunks wurden auch die Funkrufnamen geändert. Schwerpunkt in der überarbeiteten Fassung war die Vorbereitung auf größere Lagen, die neben einer Führungsstruktur auch eine entsprechende Kommunikationsstruktur erfordern.

Im Frühjahr 2016 wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich über einige Monate mit diesen Themen auseinander setzte. Hier wirkten Einsatzkräfte aus allen fünf Ortsfeuerwehren der Stadt Gifhorn mit. Dabei handelte es sich ausschließlich um Führungskräfte mit Gruppen- und Zugführerqualifikation. Speziell die Themen Einsatz- und Einsatzabschnittsleitung standen im Fokus. So wurde beispielsweise auch das Wachsen der Einsatzstelle beschrieben.

Die Kennzeichnung der Führungskräfte wurde ebenfalls überarbeitet. Es wurden neue Kennzeichnungswesten beschafft, um die entsprechenden Funktionsträger (z.B. Fahrzeug- und Zugführer) entsprechend erkennen zu können.